Märkte im Übergang: Erste Risse im globalen Aufwärtstrend
Die großen Aktienindizes verlieren an Trendstärke. Während einige Märkte bereits unter ihren Trendfilter fallen, testen andere die Stabilität des übergeordneten Aufwärtstrends.
Disclaimer:
Die von mir auf Substack veröffentlichten Analysen und Texte stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Ich veröffentliche hier lediglich meine persönliche Meinung.
Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet – auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
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Die internationalen Aktienmärkte stehen derzeit an einem technisch wichtigen Punkt. Nach einer langen Phase stabiler Aufwärtstrends zeigen mehrere große Indizes gleichzeitig erste strukturelle Schwächen. Besonders auffällig ist dabei die Kombination aus nachlassendem Momentum, sinkender Trendstärke und – in einigen Fällen – dem Bruch des zentralen Trendfilters.
Parallel dazu sorgt auch die geopolitische Lage für zusätzliche Unsicherheit. Der kriegerische Konflikt zwischen den USA und dem Iran haben das Risikobewusstsein an den Märkten erhöht und wirken als kurzfristiger Katalysator für die jüngsten Bewegungen. Wie stark geopolitische Ereignisse tatsächlich in die Preisbildung eingehen, lässt sich jedoch oft erst im Rückblick beurteilen. Technische Marktstrukturen liefern jedoch bereits früh Hinweise darauf, ob ein Trend stabil bleibt oder an Robustheit verliert.
Im Folgenden lohnt daher ein Blick auf die aktuelle Situation der wichtigsten westlichen Aktienindizes aus der Perspektive des Drei-Filter-Modells mit seinen drei aufeinander abgestimmten Indikatoren Trendfilter, Momentum und Trendstärke.
🧠 Im Beitrag Drei-Filter-Modell: Für mehr Orientierung an der Börse gehe ich ausführlich auf den regelbasierter Ansatz und die drei zentralen Indikatoren ein. Das Drei-Filter-Modell soll dabei helfen, Drawdowns zu begrenzen, Kapital zu schützen und dennoch in den entscheidenden Marktphasen voll investiert zu sein.
📊 Marktstruktur-Analysen nach dem Drei-Filter-Modell
Die verwendeten Wochencharts wurden mit der Chart- und Analyseplattform TradingView.com [Affiliate-Link (*)] erstellt.
🔍 DAX fällt bei abnehmender Trendstärke unter Trendfilter
Der DAX ist im Wochenverlauf mit einer dynamischen roten Wochenkerze deutlich unter den 30-Wochen-Durchschnitt gefallen und hat damit den zentralen Trendfilter negativ gebrochen. Das Momentum ist zwar nominell noch positiv (MACD > 0), schwächt sich jedoch sichtbar ab. Gleichzeitig ist die Trendstärke mit einem Wert von rund 43 signifikant unter die kritische 55er-Schwelle gerutscht.
Nach einer langen Phase der Stabilität oberhalb des gleitenden Durchschnitts signalisiert der gleichzeitige Bruch von Preisstruktur und Trendstärke einen Übergang von einem intakten Aufwärtstrend in eine korrektive oder instabile Marktphase.
🔍 STOXX Europe 600 korrigiert scharf, hält aber den Trendfilter
Auch der STOXX Europe 600 verzeichnete eine deutliche Korrekturwoche, notiert jedoch weiterhin oberhalb des 30-Wochen-Durchschnitts, der aktuell als Unterstützung dient. Das Momentum ist zwar noch positiv (MACD > 0), weist aber nach dem jüngsten Hoch eine steile Abwärtsbewegung auf. Die Trendstärke hat sich merklich abgeschwächt und der RSI ist mit 53,76 knapp unter die signifikante 55er-Marke gefallen.
Obwohl die übergeordnete Struktur – Preis über dem SMA 30 – im Gegensatz zum DAX noch intakt ist, signalisiert der Rückfall der Trendstärke eine erhöhte Sensibilität. Der Markt wechselt von einer dominanten Bullenphase in einen Zustand der Bestätigungssuche am Trendfilter.
🔍 S&P 500 testet Trendfilter und verliert an Dynamik
Der S&P 500 hat sich im Wochenverlauf bis an den 30-Wochen-Durchschnitt zurückbewegt und testet damit aktuell den zentralen Trendfilter des Drei-Filter-Modells. Das Momentum bleibt noch positiv, zeigt jedoch eine klare Abschwächung. Gleichzeitig ist die Trendstärke rückläufig. So bewegt sich der RSI inzwischen um die neutrale Zone und unterhalb der 55er-Schwelle.
Damit befindet sich der US-Markt in einer sensiblen Übergangsphase: Der langfristige Trend ist noch nicht eindeutig gebrochen, verliert jedoch sichtbar an Stabilität.
🔍 NASDAQ 100 rutscht unter Trendfilter und verliert an Trendstärke
Auch der NASDAQ 100 ist im Wochenverlauf unter den 30-Wochen-Durchschnitt gefallen und unterschreitet damit den zentralen Trendfilter des Drei-Filter-Modells. Gleichfalls schwächt sich das Momentum deutlich ab, während die Trendstärke klar nachlässt und der RSI unter der 55er-Schwelle notiert.
So verschlechtert sich auch im NASDAQ 100 die Marktstruktur deutlich: Der Trendfilter ist gebrochen und die internen Kräfte des Trends verlieren an Dynamik. Der Technologieindex befindet sich damit aktuell in einer strukturell fragileren Marktphase.
🧭 Einordnung: Vom synchronen Aufwärtstrend zur globalen Bewährungsprobe
Betrachtet man die vier großen Indizes gemeinsam, entsteht ein klares Bild: Die Märkte bewegen sich derzeit von einer Phase synchroner Stärke in eine Phase erhöhter Unsicherheit.
DAX und NASDAQ 100 haben den Trendfilter bereits gebrochen. 📉
S&P 500 testet aktuell genau diese kritische Marke. ⚖️
STOXX Europe 600 hält den Trendfilter noch, zeigt aber ebenfalls deutliche Ermüdungserscheinungen. ⚠️
Auffällig ist vor allem, dass sich die Trendstärke (RSI) in allen vier Märkten deutlich abgeschwächt hat. Selbst dort, wo der Trendfilter noch hält, fehlt derzeit die klare Dominanz der Käuferseite, die zuvor über lange Zeiträume den Markt getragen hat.
Das bedeutet nicht automatisch den Beginn eines Bärenmarktes. Häufig markieren solche Phasen zunächst eine Konsolidierung oder eine Übergangsphase, in der der Markt entscheidet, ob der übergeordnete Trend bestätigt oder gebrochen wird.
🔖 Fazit: Entscheidende Wochen für die Marktstruktur
Die kommenden Wochen könnten aus technischer Sicht richtungsweisend werden. Sollte es den Indizes gelingen, den Bereich um den 30-Wochen-Durchschnitt zurückzuerobern beziehungsweise zu verteidigen, könnte sich die aktuelle Schwächephase als normale Korrektur innerhalb eines größeren Aufwärtstrends herausstellen.
Bleibt der Druck hingegen bestehen und etablieren sich mehrere Märkte dauerhaft unterhalb ihres Trendfilters, würde sich das Gesamtbild deutlich eintrüben.
Das Drei-Filter-Modell hilft in solchen Situationen vor allem dabei, einen klaren Blick auf die Struktur des Marktes zu behalten: nicht jede kurzfristige Bewegung zu interpretieren, sondern zu beobachten, ob sich Trend, Momentum und Trendstärke gemeinsam stabilisieren oder weiter auseinanderlaufen.
Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit ist diese strukturelle Perspektive oft wertvoller als jede kurzfristige Prognose. Denn Märkte reagieren kurzfristig häufig impulsiv auf geopolitische Ereignisse. Doch erst die Entwicklung von Trend, Momentum und Trendstärke zeigt, ob aus einer Schockbewegung eine nachhaltige Trendveränderung entsteht oder lediglich eine temporäre Korrektur.
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Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal,
Daniel aka Whirlwind360
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